1 Euro

Datum2018

Der Fokus bei 1 Euro liegt nicht auf der Entwicklung eines Produkts oder eines Geschäftsmodells. Vielmehr handelt es sich bei diesem Kunst-Projekt um eine inhaltliche Reaktion auf gegenwärtige gesellschaftliche und ökonomische Veränderungen im Kontext von Digitalisierung und Industrie 4.0.
1 Euro spielt mit der Hoffnung auf eine nahende Utopie, welche die Digitalisierung aufflackern lässt. In dieser Utopie wird nicht die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes an Maschinen und Computer genährt, sondern von einem Wohlstand für alle geträumt. An die Stelle von Ausbeutung und Armut tritt das Versprechen, dass alle Menschen gleichermaßen vom Fortschritt profitieren und sich nicht nur die Interessen weniger durchsetzen.

Geldstücke stehen exemplarisch für unser Wirtschaftssystem und somit für unsere Gesellschaft, welche Heute vielleicht mehr denn je von der Stabilität dieses Systems abhängig ist. Eine der wesenhaftesten Eigenschaften einer Münze ist ihre runde Form. Trotz der Abänderung dieser Form vom Kreis zum Quadrat bleibt die Funktionalität des Gegenstandes erhalten. Selbstverständlich lässt sich die Frage nach rund oder eckig nicht direkt mit der Komplexität von weltwirtschaftlichen Zusammenhängen vergleichen. Dennoch kann der isolierte Gedanke, dass selbst grundlegende Veränderungen nicht zwangsläufig mit einem Systemausfall einhergehen helfen, die Angst vor Veränderungen zu schwächen und uns der Quadratur des Kreises einen Schritt näher bringen.

Das Projekt entstand während eines Gastsemester an der Universität der Künste Berlin unter der Betreuung von Prof. Holger Neumann und M.A. Steffen Herm.

Edition (13+1AP)